Liebe Freunde,
manchmal fragt uns das Leben nicht nach Kalendern, Jahreszeiten oder Zeichen der Zeit. Es flüstert uns leise zu, ganz ohne Anlass: „Erinnere dich.“
Aber erinnere dich nicht an ein Datum. Nicht an ein Ereignis. Sondern an das, was dich in der Tiefe ausmacht. Jenseits der Rollen, die du spielst, jenseits des Lärms der Welt. So, lasst uns heute über etwas Zeitloses sprechen, etwas, das keinen Feiertag braucht und kein äußeres Zeichen: Die Sehnsucht nach dem wahren Selbst
Man lehrt uns, vieles zu werden: erfolgreich, beliebt, effizient, flexibel. Doch nur selten lädt uns jemand ein, einfach wir selbst zu sein. Und so rennen wir wie durstige Wanderer durch eine Fata Morgana, auf der Suche nach einem Ich, das wir längst in uns tragen.
Franz von Assisi sagte einst:
„Was du suchst, ist, was dich sucht.“
Diese Worte erinnern uns daran, dass der Ursprung der Sehnsucht und das Ziel derselben nicht voneinander getrennt sind. Du bist bereits, was du suchst. Die Blume strebt nicht danach, Rose zu werden. Sie entfaltet einfach, was in ihr angelegt ist. Aber wir haben gelernt, uns zu vergleichen, zu verstecken, zu funktionieren. Und so vergessen wir uns, wie der Mond, der glaubt, er habe kein Licht, weil er sich in einer Wolke spiegelt.
Wer bin ich, wenn ich niemand sein muss?
Die alten Mystiker, ob im Westen oder im Osten, haben diese Frage nicht rational beantwortet. Sie haben in der Stille auf sie gelauscht. Der indische Weise Ramana Maharshi stellte nur eine einzige Frage: „Wer bin ich?“
Und er sagte: Wenn du dieser Frage ernsthaft folgst, lösen sich alle anderen Fragen auf, wie Nebel in der Morgensonne.
Wir alle haben viele Spiegel, aber kaum einen Ort der Spiegelung. Sie bekommen Reaktionen, aber kaum Resonanz. Und doch: Wenn du innehältst, ganz gleich wo du bist, und einfach in dich hineinhorchst, wirst du die Antwort spüren. Nicht als Gedanken, sondern als Gegenwart.
Vielleicht ist das größte Abenteuer unserer Zeit nicht das Reisen durch Länder, sondern das Heimkehren zur eigenen Seele. Und das Schönste: Du musst nirgendwo hingehen, um dorthin zu gelangen.
Von Sokrates stammen die Worte:
„Der Weg ist nicht in den Sternen. Er ist in deinem Herzen.“
Du bist nicht zu spät. Du bist nicht falsch. Du bist nicht verloren. Du bist ein Teil dieses großen, atmenden Mysteriums, das sich Leben nennt, und dein Dasein ist nicht zufällig, sondern ein Versprechen der Schöpfung an sich selbst, sich in dir zu erkennen.
Und so, liebe Freunde, lasst uns nicht nur Menschen unter Menschen sein, sondern Wesen unter Wesen, bewusst und still, wie zwei Bäume, die sich nicht erklären müssen, um einander zu verstehen.
„Ich wünsche Euch Licht, Einheit und Erfüllung.”